Harmut Rosa

Zeit, Hetze, Beschleunigung und Resonanz

Speed

Florian Opitz: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Dokumentarfilm von Florian Opitz über modernes Zeitmanagement. Es werden eine Unternehmensberaterin, ein Informationbroker, eine Krankenschwester, eine Pilotin, ein Burn-Out Arzt, eine Bergbauernfamilie und viele andere befragt, wie sie die Zeit erleben, die von modernen Technologien, der globalen Informationsübermittlung, Handy und iPhone geprägt ist. Florian Opitz zeichnet so ein nachdrückliches Bild der Hoffnungen und Hilflosigkeit unserer Gesellschaft, die danach ringt, mehr Sinnvolles aus der wertvollen Zeit, die einem zur Verfügung steht zu machen.


Interviews und Vorträge mit Hartmut Rosa

Rasender Stillstand. Beschleunigen wir uns zu Tode?

Richard David Precht im Gespräch mit Prof. Dr. Hartmut Rosa, Soziologe und Zeitforscher

Fast Food, Speed Dating, Power Napping, Multitasking.

Die Zeit ist unser knappstes Gut geworden, sie scheint immer schneller zu vergehen. Beschleunigen wir uns etwa zu Tode? Diese Frage stellt Richard David Precht dem Zeit-Forscher und Soziologen Professor Hartmut Rosa.

Es geht um Beschleunigung und Entschleunigung.

Um einen Zeitdruck, der die Menschen immer mehr belastet.
Woran liegt das? Und welche Alternativen sind denkbar? Ist der digitale Kapitalismus schuld am rasenden Stillstand? Oder braucht der Mensch nicht eher die Schnelligkeit, den Fortschritt?

Der Mensch als Opfer

In unserer modernen Gesellschaft versucht jeder möglichst viele Optionen aus jener unendlichen Palette der Möglichkeiten zu realisieren, sagt Prechts Gast Professor Hartmut Rosa, und hat am Ende gerade deshalb das Gefühl, immer mehr zu verpassen. Besonders die digitale Technologie spielt dem kapitalistischen Prinzip der Profitoptimierung und der dafür notwendigen Beschleunigung in die Hände und weitet es aus bis in alle kulturellen Bereiche unseres Lebens.

Entfremdung und Selbstwirksamkeit

Doch hat diese fortschreitende Beschleunigung in jedem Fall eine Entfremdung des Menschen zur Folge, wie Rosa befürchtet? Verlieren wir den Bezug zu dem was wir tun und wie wir leben, weil wir dabei immer seltener die Selbstwirksamkeit unseres Handelns erfahren?

Den Weg zum besseren Leben finden

Die Ohnmacht der Politik gegenüber dem rasanten Wandel in Technik und Wirtschaft legt dies nahe. Die Politik der Spätmoderne wird immer weniger vom Argument bestimmt und immer mehr vom Ressentiment. Während der Börsenhandel in Millisekunden reagieren kann, brauchen demokratische Entscheidungen oft Jahre.

Zeitmanagement und Kapitalismus

Haben wir die Hoheit über unser Zeitmanagement tatsächlich dem technischen Fortschritt und dem Kapitalismus geopfert? Oder spiegelt unser Drang nach Beschleunigung lediglich unsere zwangsläufige kulturelle Entwicklung wider? Sollten wir Burnouts und Zeitstress mit bewusster Entschleunigung begegnen? Oder gar darauf vertrauen, dass wir immer schneller auf ein immer besseres Leben zu steuern?

Entschleunigung? - Resonanz!

Das philosophische Radio mit Hartmut Rosa

Wir leben in einem Zeitalter der Beschleunigung, und diese Beschleunigung führt zu Entfremdung.

Wie kann ein gutes Leben trotzdem gelingen?

Eine Entschleunigung ist deshalb nicht möglich, weil die kapitalistische Gesellschaft strukturell auf Wachstum, Innovation und Beschleunigung angewiesen ist. Und dieser unvermeidbare Steigerungszwang verändert das menschliche Weltverhältnis grundlegend: zum Burnout auf individueller Ebene, zur Krise in gesellschaftlichen Angelegenheiten. Und diese Krise ist längst chronisch. Eine Entwicklung, der eklatante Störungen zu Grunde liegen: Im Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt, in dem zwischen den Menschen, in der Beziehung zu sich selbst. Wie kann man dem begegnen?

Resonanz

Eine Möglichkeit, so der Soziologe Hartmut Rosa, ist Resonanz, also die Frage, welche Beziehung wir zur Welt entwickeln: Es kommt demnach auf die Qualität der Weltbeziehung an – also auf die Art und Weise, wie wir als Subjekte Welt erfahren und zur Welt Stellung nehmen. In dieser Weltaneignung steckt in Zeiten der Beschleunigung der Schlüssel zur Antwort auf die Frage des guten Lebens.

Was macht unsere Beziehung zur Welt aus?

Wann scheitert die Weltbeziehung, wann funktioniert sie?

Welche Rolle spielt Bezogenheit?

Wie kann Resonanz - und damit ein gutes Leben - gelingen?


Bücher

Beschleunigung und Entfremdung

Entwurf einer kritischen Theorie spätmoderner Zeitlichkeit

Was ist ein gutes Leben – und warum haben wir keins?

Die rasante Beschleunigung des sozialen Lebens ist eines der hervorstechenden Merkmale der Gegenwart, wird in den Sozialwissenschaften aber häufig übersehen. Hartmut Rosa hat mit seinen maßgeblichen Untersuchungen diesbezüglich Grundlagenarbeit geleistet. In seinem neuen Essay legt er dar, wie eine kritische Gesellschaftstheorie verfasst sein muss, die den Zusammenhang von Beschleunigung und Entfremdung ernst nimmt.

Im Mittelpunkt steht die Frage nach dem guten Leben – und warum es uns heute vielfach nicht gelingt, ein solches zu führen. Immerhin sind durch die Liberalisierung moralischer Normen und sozialer Konventionen die in den westlichen Gesellschaften vorhandenen Freiräume des Einzelnen größer denn je, sich ein eigenes Konzept des guten Lebens zu wählen und zu verwirklichen. Dieser Liberalisierung steht jedoch die scheinbar unaufhaltsame Beschleunigung des sozialen Lebens im Kapitalismus gegenüber. Dieses Regime der Deadlines lässt Lebensentwürfe scheitern und führt zu einem sich immer stärker ausbreitenden Gefühl der Entfremdung.

Behutsam und anhand von konkreten Beispielen sucht Rosa nach Formen nichtentfremdeten Lebens. Sein pointierter Essay ist nicht nur eine konzise Einführung in die Theorie der Beschleunigung, sondern eröffnet auch erste Perspektiven, wie wir dem rasenden Stillstand entkommen können.

Leseprobe und Bestell-Möglichkeit beim Verlag:
http://www.suhrkamp.de/buecher/beschleunigung_und_entfremdung-hartmut_rosa_58596.html

Hartmut Rosa: Resonanz

Eine Soziologie der Weltbeziehung

Wenn Beschleunigung das Problem ist, dann ist Resonanz vielleicht die Lösung. Dies ist, auf die kürzestmögliche Formel gebracht, die Kernthese des neuen Buches von Hartmut Rosa, das als Gründungsdokument einer Soziologie des guten Lebens gelesen werden kann. An seinem Anfang steht die Behauptung, dass sich die Qualität eines menschlichen Lebens nicht in der Währung von Ressourcen, Optionen und Glücksmomenten angeben lässt. Stattdessen müssen wir unseren Blick auf die Beziehung zur Welt richten, die dieses Leben prägt und die dann, wenn sie intakt ist, Ausdruck stabiler Resonanzverhältnisse ist.

Um dies zu begründen, präsentiert Rosa zunächst das ganze Spektrum der Formen, in denen wir eine Beziehung zur Welt herstellen, vom Atmen bis hin zu kulturell ausdifferenzierten Weltbildern. Dann wendet er sich den konkreten Erfahrungs- und Handlungssphären zu - etwa Familie und Politik, Arbeit und Sport, Religion und Kunst -, in denen wir spätmodernen Subjekte Resonanz zwar suchen, aber immer seltener finden. Das hat maßgeblich mit der Steigerungslogik der Moderne zu tun, die sowohl Ursache als auch Folge einer gestörten Weltbeziehung ist, und zwar auf individueller wie kollektiver Ebene. Denn auch die großen Krisentendenzen der Gegenwartsgesellschaft - Ökokrise, Demokratiekrise, Psychokrise - lassen sich resonanztheoretisch analysieren, wie Rosa in seiner Soziologie der Weltbeziehung zeigt

Als eine umfassende Rekonstruktion der Moderne in Begriffen ihrer historisch realisierten Resonanzverhältnisse wagt sie den Versuch, den Rahmen für eine erneuerte Kritische Theorie abzustecken.

 

Erhältlich beim Verlag:

http://www.suhrkamp.de/buecher/resonanz-hartmut_rosa_58626.html

Zu schnell für Gott?

Theologische Kontroversen zu Beschleunigung und Resonanz

Beschleunigtes Leben - theologische Perspektiven

Viele Gegenwartsanalysen sehen in der Beschleunigung das zentrale Kennzeichen modernen Lebens. Dem renommierten Soziologen Hartmut Rosa zufolge können sich moderne Gesellschaften nur dynamisch stabilisieren durch beständiges Wachsen, Steigern und Intensivieren. Entfremdung und Beziehungslosigkeit sind dabei jedoch eine weit verbreitete Folge. Anzustreben sind, so Rosa, resonante Weltbeziehungen, die sich etwa im Erleben von Liebe, Freundschaft, Kunst, Natur, aber auch Religion finden lassen. In Band 286 der Reihe Quastiones disputatae werden die vielbeachteten Thesen Rosas zu Beschleunigung und Resonanz aus theologischen Perspektiven kontrovers diskutiert und die Herausforderungen der beschleunigten Gegenwart für exemplarische Felder kirchlicher Praxis durchgespielt.

https://www.herder.de/religion-theologie-shop/zu-schnell-fuer-gott-kartonierte-ausgabe/c-25/p-10709/

Mit Beiträgen von Rainer Bucher, Ottmar Fuchs, Stefan Gärtner, Bernhard Grümme, Friedhelm Hengsbach, Hans-Joachim Höhn, Georg Horntrich, Ottmar John, Tobias Kläden, Kristin Merle, Martin Rohner, Hartmut Rosa, Michael Schüßler, Martin Spaeth, Stephan Winter, Hubert Wissing, Hildegard Wustmans

 

 

 

 

 

Florian Opitz: Speed

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Haben wir die Grenzen von Beschleunigung und Effizienz schon erreicht? Was kommt dann?


Unser Leben ist beschleunigt bis zum Anschlag. Die Technik, die seit der Erfindung der Dampfmaschine verhießen hat, uns ein immer bequemeres und genussreicheres Leben zu verschaffen, ist dabei, uns zu versklaven. Mit dem Takt, den globale Informationsübermittlung in Echtzeit über Handy, Blackberry und iPhone vorgibt, haben Menschen kaum noch die Chance mitzukommen. Wer treibt dieses Hamsterrad an, in dem wir alle leben? Und wo ist all die Zeit geblieben, die wir in den letzten Jahrzehnten durch immer ausgeklügeltere Technologien, Synergieeffekte und Effizienzmodelle gespart haben? Woher kommt dieser ständige Drang nach Beschleunigung überhaupt? Florian Opitz befragt und beobachtet Menschen, die sich, jeder auf seine Weise, mit dem rasenden Takt unseres Lebens arrangieren: eine Unternehmensberaterin, einen Informationsbroker, eine Krankenschwester, eine Pilotin, einen Burnout-Arzt, eine Bergbauernfamilie und viele mehr. So zeichnet er ein eindringliches Bild von den Hoffnungen und der Hilflosigkeit unserer Gesellschaft, etwas Sinnvolles aus der kostbaren Lebenszeit zu machen.
 

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