Ich sah gestern Bladerunner 2049 im Kino

18.11.2017 im Kino Hackesche Höfe

Ich habe im Kino Hackesche Höfe den Film Bladerunner2049 gesehen. Ich sah den Film im Original mit Untertiteln.

Der Film hat mir sehr gut gefallen. Er ist sehr sehenswert. 

Ich kann den Film empfehlen - und diesen auch im Kino zu sehen.

Bladerunner2049 ist eine gewagte aber gelungenen Fortsetzung des Kultfilmes der frühen 80er. Er ist m.E. ein SciFi-Meilenstein und er ist auch ein exzellenter Samstag-Abend Unterhaltungs-Kinofilm.
 

Der Originalfilm von 1982

von Ridley Scott mit Harrison Ford und der Musik von Vangelis

ist durch einige Dinge zum Kultfilm geworden. In seiner Düsteren Art passte er sehr gut in die Cyberpunk- und Postpunk-Ära und in die postindustrielle Zeit wie wir sie in den Montan-Industrie-Regionen in Europa wie Manchester oder Ruhrgebiet sehr intensiv erlebten. Einen Sprawl wie L.A. haben wir ja im Ruhrgebiet mit 6  Millionen Menschen auch. Die Cyberpunk-Ästetik, die auch Vorbild für Filme wie Matrix wurde, kann ich so in Philip K Dick Romanvorlage  Träumen Androiden von elektrischen Schafen? nicht finden. Es ist eine Leistung des Films. Da es bis heute keine Verfilmung des Cyberpunk-Klassikers “Neuromancer” von William Gibson gibt, das erst 1984 erschien, ist Blade Runner ein Meilenstein der Kino-Geschichte, der Kulturgeschichtlich auch den krassen Unterschied zu den 60ern und 70er Jahren zu den düsteren Postpunk-Jahren der frühen 80er markiert.
 

Was ich in Literatur und Film faszinierend finde

aber für das reale eigene Leben sehr kritisch sehe:

In den Philip K. Dick Romanen und in vielen Stories der Virtual Reality Filme wie Matrix, 13th Floor, Welt am Draht u.v.a und im Cyberpunk schlägt sich oft ein Welt-Szenario nieder, dass man Gnostik nennt. Ich habe politische, weltanschauliche und auch religiöse Gründe dass Gnostik sehr skeptisch und eher ablehnend gegenüber stehe. 

Eine zweite Weltanschauung in diesen Romanen und Filmen stammt aus dem Höhlengleichnis von Platon, dass bei einigen anderen Philosophen Anklang findet, darunter insbesondere Rene Descartes aka Cartesius. Descartes ist für mich wichtig aus der Mathematik (Koordinaten-Systeme, Koordinaten-Transformation, Lineare Algebra, Vektor-Rechnung, Datenstrukturen, Relationale Datenbanken, …). In meiner persönlichen Biographie war der Gedankengang der zu dem Satz “ich denke, also bin ich / cogito ergo sum” führt sehr wichtig, aber es war auch sehr wichtig für mich, das zu überwinden. (Siehe auch: beginn des Filmes 13th Floor). Eine Trennung von Körper und Seele existiert so nicht, und sowohl in human-biologischer Hinsicht als auch in religiöser Hinsicht Seele ein Wort für ein “lebendes System” und die Gesamtheit des Menschen als Ökosystem ist. Das Unsterbliche des Menschen ist ganzheitlich und nicht nur auf eine Geist-Seele bezogen. Die aus der jüdischen Religion stammende und damit auch im Christentum seit Luther angekommene Weltsicht vor der Ausbreitung in der römisch-griechischen Welt kennt keine Trennung von Körper und Seele. Das Leben nach dem Tod wird als eine ganzheitliche Auferstehung von Körper und Geist als Einheit voraus gesehen.
 

In Bladerunner2049 ist dieser philosophische Ansatz

der Gnostik oder Platonismus sehr dezent und sehr gelungen umgesetzt

und auch in bereits heute absehbare und fast alltägliche Themen eingebettet: Eine Haus-KI wie Siri oder Google-Home ist eine bezaubernde Frau, die eine Liebesgeschichte zum Haupthelden aufbaut. Die ganze Replikanten-Geschichte wird mehr aus der Sicht einer Evolution geschildert und erinnerte mich an eine StarTrek-NextGeneration Folge, in der es eine Gerichtsverhandlung gab, ob Data eine Maschine oder eine Art Mensch ist. Der Höhepunkt dessen ist der Satz “more human than human(s)” der auch im Finale am Ende des Films deutlich wird.
 

Das Weltszenario

erinnert an Postnukleare und Post-Kollaps Öko-Dystopien

ist aber aus der heutigen 2017-Sicht äußerst gelungen umgesetzt. Es ist sowohl inhaltlich sehr plausibel als auch filmisch also visuell und akustisch außerordentlich gut umgesetzt und sehr beeinddruckend. Also das eine sehr gelungene Weiterentwicklung über die Cyberpunk-Welt von Bladerunner 1982 hinaus.

Die veränderten Sehgewohnheiten des Publikums

im Vergleich zu den frühen 80ern


hat mich vorher am meisten interessiert und auch die Wirkung der Filmmusik.

Beides ist besser gelungen als erwartet: Es gab gute Unterhaltungsszenen, der Film änderte seine Geschwindigkeit und viele visuell und musikalisch intensive Szenen haben mich sehr begeistert.

Die Rückgriffe auf den ersten Teil von 1982 mit Harrison Ford sind gelungen und glaubwürdig

Fazit

Bladerunner2049 ist sowohl als eigenständiger Film als auch als Fortsetzung vom 1982er Bladerunner sehr gelungen und ein guter SciFi Meilenstein und ein sehr unterhalsamer Samstag-Abend Film.

What is a Blade Runner?

Featurette

The Ending

Hackesche Höfe Kino

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