Sieben Jahre in Berlin - Meine Geschichte

Höllentrip, zurück ins Lebens und nun wegen kaputter Wirbelsäule nochmal in die Hölle

Ich bin am 23.12.2009 nach Berlin gekommen.

Ich arbeitete als e-Commerce Berater und Software-Architekt als externer Mitarbbeiter bei ImmobilienScout.de. Musste im Oktober 2010 in die Charite, wäre fast der zweite Herzinfarkt in meinem Büro geworden.

Zwei Jahre Später wurde ich vom Rehaträger in eine Behindertenwerkstatt zur beruflichen Reha gedrängt und in eine EU-Rente: Rente plus Wohngeld lagen 14 Euro über Grundsicherung, Ich bekam kein Berlin Pass - Fahrkarte 80 € im Monat, GEZ Gebühren, alles selber zahlen.

2012 war ich bei netzpolitik.org / newthinking.de als Drupal Software-Entwickler im Hamburger Modell zur Wiedereingliederung.

Es kam dann ab März 2012 durch zwei Fehler in der Bedienung eines Emails-Programms bei der Arbeitsagentur in Kreuberg und im Rathaus Tiergarten dazu, dass ich drei Monate vollständig ohne Geld und Einkommen da stand. Kein Essen, keine Mietzahlung, kein Geld für Rezeptgebühren, kein Geld für die Praxisgebühren. Es gab eine Existenz-vernichtende und Gesundheits-zerstörende Lawine von Ereignissen

Bevor ich nach Berlin kam arbeitete ich mehrere Jahre als Hiwi in der Forschungsgemeinschaft für Kontrollierte Kernfusion an der Ruhr-Uni Bochum.

Danach bei einer Ausgründung der Mannesmann VDO - meine Ausbilder halten seit 2001 das Patent für Internet im Serien-Fahrzeug zusammen mir zwei Ingenieuren bei Volkswagen, mit denen wir auf der IAA 2001 weltweit den ersten funktionierenden Webbrowser im mobilen Internet hatten und alle Schnittstellen zur Fahrzeugelektronik dazu. Meine Software wurde auf unserer Hardware in den Phaeton von Ferdinand Piech eingebaut. Sämtliche Testfahrzeugen plus Nullserie des markreifen Gerätes waren alleine im Raum Aschaffenburg bei Frankfurt am Main und in Wolfsburg über 80 Fahrzeuge unterwegs. Das in 2001 mit HTML4,CSS,JavaScript und HTTP,TCP/IP über GPRS. Das war lange vor Android oder iOS und Tollcollect-Onboard-Units.

Danach bei der der PSI AG im Bereich Leitsysteme für Stromnetze und das Smart Grid in Deutschland und Mitteleuropa.

Danach habe ich für 400 nahmhafte Industriekunden wie Hamburger Hafen und mehrere Automobil-Hersteller für Elektronische Zoll-Erklärungen eine Schnittstelle zum Deutschen und Europäischen Zollsystem ATLAS, AES und NCTS mittels FTAM und Java EE weiterentwickelt und auch betrieben. Auf den Produktiven Rechnern lagen Steuerbescheide für den Bund also letztlich Direkteinnahmen für das Bundesfinanzministerium im Wert von cat 1.2 Milliarden Euro per anno. Danach habe ich als e-Commerce Berater und Entwickler u.a. den Relauch von conrad.de betreut und als Architekt für das Rechenzentrums- und Betriebskonzept und die Schnittstellen zwischen Online-Shop und Backend-Systemen gearbeitet.

Danach als externer Software-Entwickler und Architekt bei ImmobilienScout.de ...

... und danach in einer Behindertenwerkstatt in Berlin-Mitte durfte(!) ich anspruchsvolle Arbeit machen: Webseiten Erstellung mit TYPO3.org. Die Rentenversicherung zahlte eine viertel Millionen Euro für die ersten zwei Jahre an die Behindertenwerkstatt. Ich bekam wegen meines letzten Gehalts Übergangsgeld. Dieses musste ich mit der Rente zusammen noch einmal versteuern. Und für ein einmal die Woche stattfindendes Gespräch mit einer Sozialarbeiteren zahlte ich 800 Euro Selbstbeteiligung im Monat.

Endlich: Anfang 2017 startete eine Wiedereingliederung als Software-Entwickler Java EE für CoreMedia CMS und Regierungswebseiten bei der Agentur ]init[ in Kreuzberg. Dort gab man mir optimale und sehr freundliche Wiedereinstiegsbedingungen und ein Vertragsangebot für eine Anstellung nach 6 Monaten Eingliederung. Man kannte meinen Arbeitgeber, bei dem ich im conrad.de Projekte arbeite durch Agentur-Ranking und durch CoreMedia Kundentage und Government Site Builder sogar persöhnlich.

Und dann am Anfang April 2017: Ein Bandscheiben-Vorfall. So heftig, dass ich im Virchow-Campus der Charite nur deshalb ohne Operation durch Neurochirourgen entlassen wurde, weil ich mich gegen eine OP entschieden habe, und es mit Physiotherapie versuchen wollte.

Danach: Ambulantes Chaos ohne Ende: Von drei Terminen Physio-Therapie pro Woche ist es bei drei Terminen überhaupt geblieben.

Seit April 2016: kämpfe ich darum, meine Wohnung ohne extreme Schmerzen verlassen zu können, zu meiner Arbeitsstelle - wieder in der Behindertenwerkstatt statt bei init.de - zu gelangen, zu Ärzten, zur Physio-Therapie zu gelangen. Bei privaten Terminen habe ich resigniert.

Bin nach sechs Monaten dann nervlich in die Knie gegangen. Wegen Depressionen acht Wochen auf Station gegen Depressionen: In der Zeit keine Physio-Therapie, kein MRT, keine Neuologische Untersuchung, kein Konsil.

Ein Rollstuhl wird mir verweigert.

Meine Orthopädin benötigt seit Anfang September eine Neurologische Utersuchung zweier Stellen in der Wirbelsäule im Nacken und in den Lendenwirbeln, von denen nicht nur Schmerzen, sondern eine beginnende Querschnittslähmung ausgehen.

Als ich nach viel laufen von Puntius zu Pilautus miit Kreuzschmerzen dann mit Rettungswagen zum Virchow fuhr, wurde ich dort von einem ganz jungen Chirourgen mit eher mäßigen Deutsch und SAP-Kenntnissen abgewimmelt.

Und warum.... jaaa.... ich fühle mich langsam wie Gustl Mollath:

Ich bin ADS-Patient, habe zwei Jahre Sozial-Training und Gruppentherapie bei Astrid Neuy-Bartmann, die im Vorstand des ADS e.V. Deutschland ist und muss zusätzlich seit 2003 ein Medikament namens Medikinet nehmen. Dieses Medikament habe ich sieben Jahre lang gar nicht oder in einer nicht ausreichenden Dosierung erhalten. Ich bin in Berlin sieben Jahre lang wenn überhaupt mit 30 statt 70mg/d durch alle Höllen gegangen, die Kontakte mit Behörden, Krankenhäusern und Ärzten bieten können. Wegen dieses ADS/Medikinet-"Arzt Kunstfehlers" u.a. in der Charite und dank der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin bin ich halt in die Stigmatisierung "psychisch krank" geraten.

Und deshalb wird mir gerade eine Rückkehr ins Leben, eine wichtige Untersuchung wegen drohender Queurschnittslähmung und deren Behalung unendlich schwer bis unmöglich gemacht. Zuständig für mich wäre ja z.B. das LaGeSo hier in Turmstraße - ausgewiesene Experten für staatliche Fürsorge in lebensberohlichen Situationen z.B. bei der Flüchlingskrise in den letzten Jahren. Die Zustände vor dem LaGeSOo im kleinen Tiergarten gingen ja monatelang durch alle Meiden.

Ich fühle mich hier nach fast einem Jahr mit Schmerzen und ohne bis zur Bushaltestelle oder U-Bahn laufen zu können nur in der Wohnung fest zu sitzen ein wenig wie Gustl Mollath. Es gibt hier so viele Henne-Ei-Probleme zu lösen, und in jedem Vorgang gibt es Zwischenschritte für die ich wieder keine Lösung herbei führen kann, weil irgendwas wieder nicht geht, oder weil dafür wegen der vielen selbst bezahlten Taxifahrten zu Ärzten kein Geld da ist.

Wegen des ADS kann ich keine Opium-Tabletten nehmen, also habe ich Schmerzen.

Und wegen der sieben Jahre Fehlbehandlung wiege ich soviel, dass ein Rollstuhl neu über 1000,- Euro kosten würde....

Wenn es mit den Tabletten sieben Jahre gedauert hat, bis sie es hier in Berlin hin bekommen haben, dann habe ich ja noch voraussichtlich sechs Jahre in der totalen Isolation und mit Schmerzen vor mir.

Mein Martyrium kann man auf meiner Webseite weiter verfolgen:
https://woehlke.org/ und auf Twitter https://twitter.com/port80guru