Kranzniederlegung im Gedenken an die Opfer der „Euthanasie“-Verbrechen im Nationalsozialismus

Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen gedenkt jedes Jahr in der Tiergartenstraße 4 in Berlin den „Euthanasie“-Opfern des Nationalsozialismus. Von dort aus planten die Nationalsozialisten 1940-1941 im Rahmen der sogenannten „T4-Aktion“ unter direktem Befehl der „Kanzlei des Führers“ die systematische Zwangssterilisierung und Tötung von Menschen mit sogenannten geistigen Behinderungen oder psychiatrischen Erkrankungen.

Anlässlich des Gedenkens der Opfer der „Euthanasie“-Verbrechen im Nationalsozialismus fandt am 31. Januar 2018 um 11 Uhr eine Kranzniederlegung an der Blauen Wand, dem Gedenk- und Informationsort für die Opfer der NS-„Euthanasie“-Morde in der Tiergartenstraße 4 (10785 Berlin) statt.

Fotos

Ich war heute morgen in der Tiergarten Straße 4 zur Gedenkveranstaltung am Gedenkort-T4 - Habe mit einer Frau gesprochen, deren Onkel in der Tötungsanstalt Brandenburg in der Gaskammer ermordet wurde.

EIner den vielen Känzen ist auch einer von der SPD-Bundestagsfraktion und von der Lebenshilfe e.V.

Im Rahmen des Bundesteilhabegesetz habe ich dort eine Reihe interessanter Termine und Gespräche geführt, auf die ich inhaltlich nicht näher eingehen will in der Nähe einer Opferverstaltung.

Aber spätestens seit dem Holocaust-Gedenktag 2017 in Buchenwald, sehe ich mein Recht und Pflicht als Sohn einer Kriegstraumatisierten Eltern-Generation noch einmal eindringlich auf die Warnung erinnern:

„Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen.“
Primo Levi


Einer der Juden, die in Berlin von der Gestapo blutrünstig ermordet wurde, ist ein Bruder von Tante Wanda oder Onkel Michael, die dann in die USA fliehen konnten. Tante Wanda ist eine Cousine meiner Oma. Es gibt ein Stolperstein für diesen Bruder, aber alle Informationen, wo der ist, haben Mutter und Tante 2010 mit ins Grab genommen.

Meine erste responsive Webseite für Mobilgeräte nach 2004 habe ich vor drei Jahren als Dienstleister für eine Ausstellung am Euthanasie Gedenkort in Berlin Buch gebaut.

Die URL war: www.unbekannt-verlegt.de
Von dort fuhren die grauen Busse zur Gaskammern wie in Brandenburg und Hadamar.


Damals habe ich mich in das Thema tief einlesen können.


Es ist schockierend.

Übrigens:

In der Charite auf dem Campus Mitte gibt es eine Art Ausstellung zur Aufarbeitung der Euthanasie in der Charite. In der Nähe des Bettenhochhauses. Dort in der Austellung fällt auch der bekannte Name Bonhoeffer ... Der Vater von Dietrich Bonhoeffer.

Ich stamme aus der Westfälischen Landeskirche und habe mich gerade mit dem sehr schwierigen Thema Euthanasie in den Bodelschwingschen Anstalten in Bielefeld-Bethel beschäftigt. Selbst für jemand der den Kirchenkampf DC gegen Bekennende Kirche von Zeitzeugen erklärt und gezeigt bekommen hat, ist das Thema Euthanasie und Kirche ein sehr heftiger Drahtseilakt.

Ich hab dabei ein Interesse: bei dem in der Nachkriegszeit Konsens herrschte:

Nie wieder!

Ich schliesse mich dem Stuttgarter Schuldbekenntnis von Martin Niemöller et al an und werde das, was mir möglich ist, machen um den Satz unserer Eltern und Großeltern "Nie wieder" zu folgen.